Nacktschnecken: Welche Mittel helfen gegen die Plage?

By Claudio Romanazzi

Mai 01

Alle Jahre wieder stellen Nacktschnecken für Gartenbesitzer ein gewaltiges Ärgernis dar.

Denn wenn sich die Weichtiere erst einmal eingenistet haben, stehen die Chancen auf eine gute Ernte im Gemüsegarten schlecht. Zu den Lieblingspflanzen der Wegschnecken, wie die Schädlinge auch genannt werden, gehören nämlich neben Salat, Kürbis und Gurken auch Zucchini, Basilikum und Dahlien. Spätestens wenn der Gärtner feststellt, dass Blätter angefressen sind, sollte er die Nacktschnecken bekämpfen. Im schlimmsten Fall droht nämlich der komplette Kahlfraß der Beete.

Die Schädlinge loswerden – aber richtig

Nacktschnecken vernichten ist nur auf den ersten Blick eine scheinbar gute Alternative, um die gefräßigen Lebewesen im Garten loszuwerden. Denn wie jedes andere Tier und jede Pflanze spielen auch diese Schädlinge eine wichtige Rolle im Kreislauf der Natur. Beispielsweise dienen sie verschiedenen anderen Tieren als Nahrung. Für Laufenten stellen diese Tiere sogar eine Delikatesse dar. Wem ausreichend Platz in seinem Garten zur Verfügung steht und wer vielleicht sogar einen Teich angelegt hat, sollte sich die Anschaffung von einigen Laufenten überlegen, um die Nacktschnecken im Garten auf natürliche Weise zu bekämpfen.

Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Mittel gegen Nacktschnecken, etwa das sogenannte Schneckenkorn als chemische Alternative zur Schädlingsbekämpfung. Hierfür stehen verschiedene Alternativen zur Auswahl, die der Gartenbesitzer gründlich vergleichen soll. Einige Mittel müssen nämlich schon im Garten ausgebracht werden, bevor die ersten Schnecken überhaupt im Garten auftauchen. Verschiedene Arten von Schneckenkorn können außerdem zur Gefahr für andere Tiere werden, beispielsweise den eigenen Hund oder die Katze, wenn diese das Schädlingsbekämpfungsmittel versehentlich fressen.

Weitere Mittel gegen Nacktschnecken

Die Frage „Was hilft gegen Nacktschnecken?“ findet eine Vielzahl an verschiedenen Antworten zur effektiven Schädlingsbekämpfung. Ein Schneckenzaun etwa hält die Nacktschnecken ebenso ab wie Pflanzen, deren Geruch die Tiere abstößt. Als altes Hausmittel hat es sich außerdem bewährt, Asche oder Kalk im Garten auszustreuen, was die Nacktschnecken davon abhalten soll, die Gemüsebeete zu plündern. Darüber hinaus gibt es diverse biologische Methoden zur Abwehr von Nacktschnecken. Dazu gehören zum Beispiel Fadenwürmer, die sich gezielt im Körper der Schnecken einnisten und dort Bakterien abgeben. Das führt dazu, dass die Schnecken, die sich mit diesen Würmern infiziert haben, letztlich sterben. Mit dieser Variante lassen sich gezielt Nacktschnecken angreifen, die Bakterien sind für andere Tiere oder den Menschen unschädlich.

Welche dieser Methoden bei Nacktschnecken zur Schädlingsbekämpfung angewendet werden können, hängt natürlich in erster Linie von den örtlichen Gegebenheiten ab. Asche zum Beispiel lässt sich nur dann so ausbringen, dass sie ein effektives Mittel zur Abwehr von Nacktschnecken darstellt, wenn der Besitzer einen Kachel- oder Kaminofen besitzt, sodass auch eine ausreichende Menge an Asche anfällt. Diese lässt sich aber kaum in einer Wohnsiedlung verwenden, in der mehrere Häuser in einem relativ dichten Abstand stehen. Denn weil die Asche zwangsläufig verweht wird, würde damit die Fassade der Nachbarhäuser verschmutzt werden. Aber auch mechanische Mittel oder Schneckenkorn lassen sich nicht überall verwenden. In jedem Fall bleiben aber genügend Alternativen, um die Schädlinge effektiv zu bekämpfen.

Was tun gegen Nacktschnecken, wenn die Tiere nicht getötet werden sollen?

Abgesehen von Pflanzen, die von Schnecken gemieden werden, und mechanischen Mitteln gegen die Schneckenplage zielen die meisten Maßnahmen gegen Nacktschnecken darauf ab, die Tiere zu töten. Das wiederum ist für viele Gartenbesitzer ein ethisches Dilemma, weil sie die Tiere eigentlich nicht töten wollen. Eine Alternative zu diesen Methoden stellt das Sammeln von Nacktschnecken dar. Kennt man die Tiere, ihre Anatomie und ihre Gewohnheiten, ist dies mit weit weniger Aufwand verbunden, als der Laie vielleicht meint.

Weil der Körper von Nacktschnecken einen höheren Anteil an Wasser aufweist als beispielsweise der menschliche Körper, bevorzugen die Tiere eine feuchte Umgebung. Das ist umso mehr der Fall, weil sie zur Fortbewegung ständig Wasser in Form des Schneckenschleims absondern. Der Kontrollgang durch den Garten lohnt sich also vor allem an regnerischen Tagen oder nach heftigen Regenschauern. Der Gartenbesitzer sollte für das Sammeln der Nacktschnecken einen tiefen Eimer und Handschuhe mitnehmen. Will er die schleimigen Tiere nicht mit der Hand anfassen, gibt es in jedem Baumarkt spezielle Zangen, mit denen sich die Nacktschnecken aufsammeln lassen. Der tiefe Eimer ist notwendig, weil die Schnecken natürlich versuchen, aus ihrer Gefangenschaft im Eimer zurück in die Freiheit zu gelangen.

Wohin mit den gesammelten Tieren?

Die gesammelten Schädlinge einfach in den Müll zu werfen, wäre natürlich eine Methode, die jedoch der ursprünglichen Absicht, die Tiere nicht zu töten, entgegensteht. Auch den Eimer in unmittelbarer Nähe zum eigenen Garten zu entleeren, ist nicht die beste Alternative. Der Grund: Die Nacktschnecken würden mit großer Wahrscheinlichkeit zurückkehren, sodass der Gartenbesitzer schon nach wenigen Tagen erneut zum Sammeln ausrücken muss. Die Tiere gelten nämlich bis zu einem Radius von etwa 100 Metern als heimattreu und verlassen ihr „Revier“ üblicherweise nur dann, wenn sie nicht mehr genügend Nahrung vorfinden. Wenn möglich sollten die gesammelten Schädlinge in einen nahe gelegenen Wald oder ein naturbelassenes Stück Landschaft gebracht werden. Denn dort leben sie in ihrem natürlichen Lebensraum und können keinen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Einfach auf den Komposthaufen werfen?

Besteht diese Möglichkeit nicht, weil der Gartenbesitzer in einer dicht besiedelten oder landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten Region lebt, kann er die gesammelten Nacktschnecken auf dem eigenen Komposthaufen entsorgen. Auch dadurch hat er die Gewähr, dass die Tiere nicht in den Garten zurückkehren und das Gemüse anknabbern. Denn es ist nicht der Duft des sprießenden Gemüses, der die Nacktschnecken überhaupt erst in den Garten gelockt hat, sondern der Geruch von Fäulnis. Dieser bildet sich unter anderem, wenn die Wurzeln der Pflanzen beim Einsetzen beschädigt werden, absterben und im Erdreich verrotten. Weil bei der Kompostierung ohnehin ein beständiger Fäulnisprozess vonstattengeht, haben die Tiere keinerlei Veranlassung, diesen Platz wieder zu verlassen. Darüber hinaus finden die Nacktschnecken ausreichend Nahrung, weil Komposthaufen oder Kompostboxen in erster Linie dafür genutzt werden, um pflanzliche Küchenabfälle zu entsorgen und daraus neues Erdreich entstehen zu lassen. Ein weiterer willkommener Nebeneffekt: Die Population an Nacktschnecken reguliert sich gewissermaßen von selbst, weil hier eben kein ausreichendes Nahrungsangebot zur Verfügung steht. In diesem Fall muss der Gartenbesitzer nur darauf achten, dass Komposthaufen oder Kompostbox so angelegt sind, dass keine Tiere entkommen können.